Für jedes zugelassene Fahrzeug fällt in Deutschland die Kfz-Steuer an. Dieses gilt auch für ausländische Fahrzeuge, die in Deutschand verwendet werden. Darüber hinaus zahlen auch deutsche Halter von ausländischen Fahrzeugen den Obolus an das Finanzamt, auch wenn diese ohne gesetzliche Zulassung betrieben werden. Seit 2009 gibt es im Bezug auf die Kfz-Steuer zahlreiche Änderungen. Sie haben Einfluss auf die Berechnung der Kfz-Steuer. Im Folgenden ist nachzulesen, wer von der neuen Kfz-Steuer betroffen ist und welchen allgemeinen Dingen Beachtung geschenkt werden sollte.

Die Kfz-Steuer im Allgemeinen

Ursprünglich wurde die Kfz-Steuer von den Bundesländern erhoben. Sie ist eine Abgabe, die in Deutschland jeder Fahrzeughalter bezahlen muss. Diese Einnahmen werden vom Staat unter anderem für den Ausbau und die Instandhaltung der Straßen und der damit verbundenen Infrastruktur genutzt. Die Kfz-Steuer hat keine direkten Auswirkungen auf die Kfz-Versicherung.

Wie hoch die Kfz-Steuer für das eigene Fahrzeug ausfällt, ist abhängig von verschiedenen Faktoren. Diese fließen in einen komplexen Algorithmus ein, der zur Berechnung verwendet wird. Wer schnell den Steuersatz berechnen möchte, sollte auf einen Kfz-Steuer-Rechner zurückgreifen, um einen Überblick zu erhalten. Dazu benötigt der Rechner einige Informationen zum jeweiligen Fahrzeug. Zu finden sind diese im Fahrzeugschein oder Fahrzeugbrief. Abgefragt werden folgende Angaben:

  • Fahrzeugart und Erstzulassung
  • CO²-Emission in g/km
  • Art der Motorisierung (Dieselfahrzeug oder Benziner)
  • Hubraum in ccm
  • Anmeldezeitraum (bei Saisonzulassung)

Die Kraftfahrzeugsteuer-Reform

Die Kfz-Steuer wurde Mitte 2009 umfangreich reformiert. Seit dieser Zeit wird diese Steuerabgabe nicht mehr von den Bundesländern, sondern vom Bund selbst erhoben. Gezahlt wird sie direkt an das Finanzministerium. Am 1. Juli 2014 wurde die Verwaltung der Kfz-Steuer an die Zollbehörde übertragen. Durch die Reform 2009 wurde auch die Berechnung der Kraftfahrzeugsteuer geändert. Seit dieser Zeit ist für die Berechnung der Steuer nicht mehr nur der Hubraum des Fahrzeugs ausschlaggebend, sondern auch die CO² Emission. Dadurch soll der Steuerzahler dazu animiert werden, umweltfreundliche und sparsame Fahrzeuge zu nutzen, um Steuern zu sparen.

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Wichtig! Nach der alten Berechnung werden der Hubraum und die Schadstoffklasse zugrundegelegt. Bei der neuen Berechnung ist der Hubraum abhängig von der CO² Emission und der Motorenart. Für alle Fahrzeuge, die ab dem 1. Juli 2009 zugelassen wurden und zukünftig zugelassen werden, greift die neue Art der Berechnung. Eine Übergangslösung gibt für die Fahrzeuge, die zwischen dem 5. November 2008 und dem 30. Juni 2009 zugelassen wurden. Bei Fahrzeugen, die vor diesem Datum zugelassen sind, greift die neue Kfz-Steuer nicht.

Faktoren für die Berechnung der Kfz-Steuer

Die Berechnung der neuen Kfz-Steuer seit 2009 nutzt zwei einzelne Steuerteile, nämlich den Hubraum und die CO² Emission.

Hubraum

Beim ersten Steuerteil handelt es sich um die Abgabe, die sich auf den Hubraum des Fahrzeugs bezieht. Dabei werden unterschiedliche Motorarten abweichend voneinander bewertet.

  • Bei einem Dieselfahrzeug müssen Halter pro angefangene 100 Kubikzentimeter jährlich 9,50 Euro als Steuer
  • Bei einem Benzinmotor fallen je 100 Kubikzentimeter Hubraum pro Jahr 2,00 Euro an Steuern an.

Eine Sonderregelung gibt es für Fahrzeuge mit Hybridantrieb. Die Verbrennungsmotoren, die sowohl mit Diesel/Benzin sowie mit Autogas betrieben werden können, müssen ebenso versteuert werden.

CO² Ausstoß

Der zweite Teil der Kfz-Steuer legt die CO² Emission zugrunde. Die Berechnung erfolgt unabhängig vom Fahrzeug oder der Art des Motors. Daher ist diese Berechnung für alle Fahrzeuge gleich. Der einzige Unterschied ergibt sich aus der Erstzulassung. Für die CO² Emission gibt es einen Freibetrag. Nur wenn das Fahrzeug den festgelegten Sockelwert übersteigt, ergeben sich Abgaben  in Höhe von 2,00 Euro pro Gramm CO²-Emission je Kilometer. Die Sockelwerte für die Berechnung sehen wie folgt aus:

  • Fahrzeuge mit Erstzulassung vor 2012 – 120 g/km
  • Fahrzeugerstzulassung zwischen 2012 und Ende 2013 – 110 g/km
  • Ab 2014 Erstzulassung 95 g/km (hier fallen keine Steuern an)

Besonderheiten bei der Kfz-Steuer

Da die Welt der Kraftfahrzeuge viele unterschiedliche Fahrzeuge umfasst, gibt es zahlreiche besondere Regelungen, die in der Kfz-Steuer berücksichtigt werden. Die wichtigsten Sonderregelungen betreffen die nachfolgenden Fahrzeuge:

Autos mit Elektromotoren

Solche Fahrzeuge sind für mehrere Jahre von der Steuer befreit. Der Zeitraum ist abhängig von der Erstzulassung. Ist der Zeitraum verstrichen, werden diese Fahrzeuge ähnlich wie Nutzfahrzeuge eingestuft, die nach dem zulässigen Gesamtgewicht besteuert werden. Allerdings wird bei Fahrzeugen mit Elektromotor ein um 50 Prozent reduzierter Steuersatz für die Berechnung verwendet. Bei einem Gesamtgewicht von 2000 kg werden je angefangene 200 kg 5,63 Euro berechnet.

Die Steuerbefreiung für Fahrzeuge mit Elektromotor gestaltet sich wie folgt:

Erstzulassung zwischen 18. Mai 2011 und 31. Dezember 201510 Jahre steuerbefrei
Erstzulassung zwischen 2016 und 20205 Jahre steuerbefrei

Motorräder, Quads und Trikes

Für Motorräder gilt das neue Berechnungssystem der Kfz-Steuer nicht. Daher wird für Zweiräder ein Steuerbetrag von 1,84 je angefangene 25 ccm Hubraum berechnet.

Leichte drei- oder vierrädrige Kraftfahrzeuge wie Quads und Trikes werden bei der Berechnung der Kfz-Steuer wie PKWs behandelt. Da für dies Fahrzeuge keine allgemein geltenden CO²-Werte vorliegen, wird die Berechnung auf Grundlage des Hubraums und der Schadstoffklasse durchgeführt.

Oldtimer

Ein echter Oldtimer verfügt über ein H Kennzeichen und erhält dadurch steuerliche Vorteile. Um das H Kenzeichen zu erhalten, müssen bestimmte Voraussetzungen und Auflagen erfüllt sein.

  • Vor mindesten 30 Jahren muss das Fahrzeug erstmalig im Straßenverkehr genutzt worden sein.
  • Benötigt wird zudem eine amtliche Einstufung des Fahrzeugs als Oldtimer.

Historische PKWs und LKWs werden pauschal mit 191 Euro pro Jahr besteuert. Der Steuersatz für historische Zweiräder liegt pauschal bei 46 Euro.

Wohnmobile

Die Kfz-Steuer für Wohnmobile wird ebenfalls aufgrund einer Sonderregelung berechnet. Bei der Berechnung fließt das Gesamtgewicht und die Schadstoffklasse ein. Anhand der Schadstoffschlüsselnummer wird die Schadstoffklasse ermittelt. Fahrzeuge, die seit dem 1. Oktober 2005 zugelassen wurden, haben diese Nummer im Zulassungsschein vermerkt. Mithilfe der letzten beiden Ziffern lässt sich in einer Tabelle, die vom ADAC herausgegeben wird, der jeweils geltende Steuersatz ermitteln und für das eigene Wohnmobil anwenden. Jeder Steuersatz wird auf der Grundlage je angefangene 200 kg des zulässigen Gesamtgewichts berechnet.

Kfz-Steuer für das jeweilige Fahrzeug einfach ermitteln

Wenn es sich nicht gerade um einen steuerbefreiten Neuwagen handelt, lohnt es sich, einen Kfz-Steuer-Rechner zu nutzen, um die jährliche Steuerlast für das Fahrzeug zu berechnen, um diese in die Belastungen einzukalkulieren.